Über uns

Wissenswertes über die GzSdW

Obwohl der Wolf in der Vergangenheit als "Bestie" verfolgt und in ganz Europa fast ausgerottet wurde, hat er es dennoch bis zum heutigen Tag geschafft, im südlichen Europa in Rückzugsgebieten in kleinen Populationen und in Osteuropa teilweise sogar in größeren Beständen zu überleben - und dies inmitten klassischer Kulturlandschaften, im Osten teilweise auch in seiner natürlichen Umgebung, den großen Wäldern und Gebirgen. Seit einigen Jahren haben die Wölfe ihren Lebensraum in Europa wieder deutlich ausgeweitet.

Aus Italien wanderten 1992 die ersten Wölfe in den Mercantour Nationalpark in Frankreich ein. Sie haben sich im Alpenraum in Frankreich und Italien immer weiter ausgebreitet. Einzelne Einwanderer tauchen  seit Jahren auch in der Schweiz auf.

Auf den Jahrtausende alten Wanderrouten kehrte der Wolf auch aus Polen und über Tschechien  wieder nach Deutschland zurück. Obwohl er seit der Wiedervereinigung Deutschlands im gesamten Bundesgebiet durch nationales und internationales Recht ganzjährig unter Schutz gestellt ist, sind viele der seit dem 2. Weltkrieg in die neuen Bundesländer eingewanderten Wölfe von Jägern abgeschossen worden. Dieser nicht mehr hinnehmbare Zustand führte 1991 zur Gründung der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V.

Schon 1996 wurden im Bereich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz in Ostsachen immer wieder Wölfe gesichtet, und die Sensation war perfekt, als dort im Herbst 2000 mehrmals sechs Wölfe, zwei Alttiere und vier Jungtiere, beobachtet wurden. Das erste deutsche Wolfsrudel seit 150 Jahren hatte sich im Gebiet der "Muskauer Heide" angesiedelt. Dass sich die Wölfe dort wohl fühlen, haben sie durch regelmäßige Welpenaufzucht bewiesen. Durch die Abwanderung der Jungwölfe und Zuwanderer aus Polen bildeten sich weitere Rudel, so dass es in mehreren Bundesländern in Deutschland aktuell (Stand Januar 2014) insgesamt 26 Wolfsrudel bzw. -paare und mehrere territoriale Einzelwölfe gibt.

Wissen ist Macht

Der Wolf ist das größte Mitglied der Familie der Caniden und der Vorfahr aller Hunderassen. Er ist ein hervorragender Jäger und hilft, ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten.

Jäger und Sammler früherer Naturreligionen erbaten vom “höheren Wesen Wolf” Schutz, Gesundheit und Fruchtbarkeit. Im Mittelalter wandelte sich das Bild, und organisierte Ausrottungskampagnen begannen. In Märchen und Sagen erschien der Wolf als Verkörperung des Bösen schlechthin. Es entstand das Märchen vom „bösen Wolf“, das bis in die heutige Zeit geglaubt wird.

Doch tatsächlich geht vom gesunden Wolf selbst in unserer heutigen Kulturlandschaft keine Gefahr aus, wie das Zusammenleben von Mensch und Wolf in z. T. dicht besiedelten Gebieten wie vor den Toren Roms, in Spanien, Portugal, Polen, Rumänien oder in Brandenburg und Sachsen seit Jahren beweist. Wölfe greifen - entgegen vieler Sensationsmeldungen - Menschen nicht an.

Die GzSdW e. V. in Aktion:

  • Wir schützen die deutschen Wölfe durch Öffentlichkeitsarbeit, konstruktive Kooperation mit allen beteiligten öffentlichen und nicht-öffentlichen Stellen sowie durch ideelle und materielle Hilfsmaßnahmen für betroffene Bevölkerungsgruppen.
  • Wir helfen Nutztierhaltern, ihre Tiere zu schützen und fördern den Einsatz von Herdenschutzhunden als natürliche „wolfsfreundliche“ Schutzmaßnahme gegen Wolfsübergriffe auf Haus- und Nutztiere.
  • Wir klären auf über die ökologische Rolle und Bedeutung des Wolfes in der Natur, um das  falsche Negativ-Image des Wolfes zu verbessern.
  • Wir veröffentlichen geprüfte Informationen über den Wolf in unserer Vereinszeitschrift, den Medien und auf unserer Webseite www.gzsdw.de.
  • Wir entwickeln und erarbeiten Unterrichtsmaterialien für Schulen und vertreiben über unseren Wolf-Shop u. a. kindgerechte Unterlagen und Bücher über den Wolf.
  • Wir besuchen mit unserer mobilen Wolfsausstellung Wolfstage in Zoos und Gehegen, Museen, Schulen, jagdliche Treffen und Heimtiermessen.
  • Wir veranstalten Symposien mit international renommierten Experten, um Verständnis für die Bedeutung des Wolfes in freier Wildbahn in allen Bevölkerungsgruppen zu wecken und zu fördern.
  • Wir versuchen, die Haltung von Wölfen in Gehegen, die für die Aufklärung der Bevölkerung, vor allem für Kinder, von Bedeutung ist, zu verbessern und möglichst artgerecht zu gestalten